Trotz eines leichten Rückgangs bei den einfachen Ladendiebstählen bleibt die Lage für den Einzelhandel ernst: Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 zeigt, dass das Dunkelfeld nach wie vor enorm groß ist und schwere Diebstähle durch Banden unvermindert hoch bleiben.
Rückgang trügt – Dunkelfeld bleibt das eigentliche Problem
Die am 20. April 2026 veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 weist bei den einfachen Ladendiebstählen einen Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Der Handelsverband Deutschland (HDE) wertet dies jedoch nicht als Entwarnung. Denn ein Großteil der tatsächlich begangenen Taten wird gar nicht erst angezeigt – der HDE schätzt, dass mehr als 90 Prozent der Ladendiebstähle nicht in der Statistik erfasst werden.
Viele Handelsunternehmen verzichten bewusst auf eine Anzeige, weil Fälle in der Praxis häufig nicht weiterverfolgt und nach kurzer Zeit eingestellt werden. Der daraus resultierende bürokratische Aufwand erscheint für Betroffene ohne erkennbaren Nutzen.
Schwere Fälle verharren auf Vorjahresniveau
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung beim schweren Ladendiebstahl – etwa durch bandenmäßig organisierte Tätergruppen. Mit insgesamt über 25.000 angezeigten Fällen bleibt dieser Bereich auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Für den Einzelhandel stellt organisierte Kriminalität dieser Art eine erhebliche wirtschaftliche Belastung dar. Dem Handel entsteht durch Diebstahl jährlich ein Schaden von drei Milliarden Euro.
Verband fordert spürbarere Sanktionen
Der HDE macht deutlich, dass Ladendiebstahl kein Kavaliersdelikt ist und fordert von Strafverfolgungsbehörden und Politik konsequenteres Handeln. Insbesondere der bandenmäßige und gewerbsmäßige Ladendiebstahl müsse intensiver bekämpft werden. Handelsunternehmen müssten sich darauf verlassen können, dass der Staat Eigentumsrechte zuverlässig schützt. Nur eine spürbare Strafverfolgung und konsequente Sanktionierung überführter Täter könne organisierte Banden wirksam abschrecken.

