Der Einzelhandel gehört nach wie vor zu den ausbildungsstärksten Branchen in Deutschland. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch: Nicht fehlende Bereitschaft, sondern wachsende strukturelle Belastungen und ein Mangel an geeigneten Bewerbern setzen die betriebliche Ausbildungspraxis zunehmend unter Druck.
Ausbildungsbereitschaft hoch – Besetzung schwierig
Ausbildung hat in den Betrieben des Einzelhandels einen festen Stellenwert. Über 90 Prozent der im Rahmen einer aktuellen Umfrage befragten Unternehmen betrachten die Ausbildung als unverzichtbar für die eigene Nachwuchssicherung und als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Gleichzeitig berichten 63 Prozent der Betriebe von erheblichen Schwierigkeiten bei der Gewinnung geeigneter Auszubildender.
Trotz dieser Herausforderungen erbringt die Branche eine beachtliche Integrationsleistung: Fast jedes fünfte befragte Unternehmen (18,5 Prozent) spricht gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund an, um sie für eine Ausbildung zu gewinnen. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem, dass die Bereitschaft zur Übernahme nach der Ausbildung eng damit zusammenhängt, wie stabil und durchgängig die Ausbildung verlaufen konnte. Wo Bewerberqualität, Ausbildungsabbrüche und wirtschaftliche Unsicherheit zunehmen, sinkt auch die Übernahmequote.

