Kaufabbrüche und Umsatzverluste befürchtet der Handelsverband Deutschland (HDE) aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Bankenaufsicht sowie der EU-Kommission. „Der Online-Handel könnte sehr darunter leiden, dass keine weitere Verlängerung der Umsetzung der starken Kundenauthentifizierung genehmigt wurde“, so Ulrich Binnebößel, Zahlungsexperte beim HDE.

Somit müssen spätestens ab Januar 2021 nach einer Übergangsfrist die meisten Kreditkartenzahlungen im Internet besonders abgesichert werden. Bislang werden nur wenige Transaktionen mit der dann vorgeschriebenen Zwei-Faktor-Authentifizierung abgewickelt. „In der Regel verzichtet der Händler auf eigenes Risiko zugunsten einer bequemen Kaufabwicklung für den Kunden auf die starke Authentifizierung. Diese Option steht allerdings künftig nicht mehr zur Verfügung“, so der HDE-Experte weiter. Der Kunde müsse der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie entsprechend Instrumente wie App-TAN oder Chip-TAN-Verfahren einsetzen, die vom Kartenherausgeber vorgegeben werden.

Eine weitere Verlängerung der Umsetzungsfrist wäre auch vor dem Hintergrund der Covid-19-Krise wichtig gewesen. Denn viele Händler – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – hätten in diesen Zeiten nicht die Ressourcen, die notwendigen Updates zu installieren und gründlich zu testen. „Nach dem Nein zu einer weiteren Verlängerung müssen nun alle Maßnahmen spätestens Ende Oktober umgesetzt sein, da dann das wichtige Weihnachtsgeschäft beginnt und alle Arbeiten an den Handelssystemen bis zum Jahresbeginn eingefroren werden“, so Binnebößel. Das allein sei bereits eine große Herausforderung. Zusätzlich müssten aber auch die Kunden informiert und in der Lage sowie willens sein, die neue Zwei-Faktor-Autorisierung einzusetzen. Hier gibt es nach wie vor große Fragezeichen. Der HDE setzt sich daher für eine weitere Fristverlängerung ein, in der noch vorhandene Probleme gelöst werden können.

via Handelsverband Deutschland (HDE) – Aktuelle Meldungen