Mit dem Aufruf, u. a. „die betrieblichen Abläufe des Einzelhandels in der Bremer Innenstadt erheblich zu stören oder gar lahmzulegen“ gibt die Gewerkschaft stillschweigend zu verstehen, dass man bereits jetzt die Verhandlungen für gescheitert ansieht.  Am 17. Juni 2019 steht für Niedersachsen bzw. Bremen aber erst die zweite Verhandlungsrunde an. Wir befinden uns also derzeit noch in laufenden Tarifverhandlungen. Bei den aktuellen Forderungen der Gewerkschaft ist es aber zwangläufig, dass die Vorstellungen der Tarifparteien derzeit noch sehr weit auseinander liegen.

Die heutigen Streiks in Bremen und Niedersachsen halten wir deshalb für unverhältnismäßig. Dies gilt auch für die Streiks Ende Mai, die in manchen Betrieben zwei Tage andauerten.

Für die von der Gewerkschaft geforderte Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge für den Einzelhandel fehlt es eindeutig an der Erfüllung der dafür zwingend erforderlichen gesetzlichen Voraussetzungen. Ver.di wurde durch die Arbeitgeber aufgefordert, intensiv an einer neuen Tarifstruktur mitzuarbeiten, da nur so mittelfristig das Ziel einer Allgemeinverbindlicherklärung erreicht werden könnte. Die Tarifvertragsparteien haben sich am 8. Mai zudem darauf verständigt, die Entwicklung in anderen Tarifgebieten abzuwarten.

Im Übrigen wird aktuell nahezu ausschließlich für den stationären Handel verhandelt, wo im Gegensatz zum boomenden Onlinehandel bekanntermaßen nur sehr geringe bis z. T. gar keine Umsatzzuwächse zu verzeichnen sind. Ver.di aber packt beides zusammen und kommt deshalb zu einem verzerrten Bild der Wirklichkeit. Die Situation des stationären Handels ist greifbar für jeden, der mit offenen Augen durch die Innenstädte geht und den z. T. besorgniserregenden Leerstand beobachtet. Auch deswegen sind Forderungen, die Gehaltssteigerungen bis zu 40% bedeuten würden, völlig unrealistisch und zudem nicht geeignet, die Tarifbindung im Einzelhandel zu stärken.

 

Pressekontakt:
Jan König
Hauptgeschäftsführer
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