Entschlossenere Maßnahmen zur Stärkung der Kaufkraft und die Schaffung passender Rahmenbedingungen für die weitere Digitalisierung des Handels forderte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser beim Parlamentarischen Abend des Handelsverbandes Deutschland am Montag Abend (23.4.). Gastredner bei der Veranstaltung war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

„Der Handel von heute ist digital, egal ob online oder stationär. Technologische Innovationen wie Algorithmen, Künstliche Intelligenz oder Big Data sind gerade dabei, den Handel zu revolutionieren. Sie bieten völlig neue Möglichkeiten, die Kunden zu begeistern und Produkte erlebbar zu machen“, so Sanktjohanser. Die traditionellen Geschäftsmodelle des Kaufens und Verkaufens müssten daher von Grund auf neu gedacht werden. Das sei insbesondere eine große Herausforderung für den Mittelstand, der oft nicht ohne weiteres über die finanziellen Ressourcen verfüge, um sich zu modernisieren. „Die Unternehmen brauchen in diesem Umbruch Freiräume für Investitionen und Innovationen. Dazu gehört auch die konsequente Stärkung der Kaufkraft. An dieser Stelle hätten wir uns im Koalitionsvertrag mehr Mut erhofft“, so der HDE-Präsident weiter. Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen müsse bei der Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen noch deutlich nachgebessert werden.

Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen einen fairen Wettbewerb zwischen E-Commerce und stationärem Handel sowie zwischen nationalen und internationalen Unternehmen sicherstellen, betont der HDE-Präsident. Positiv sieht Sanktjohanser deshalb die Pläne der Bundesregierung, die digitale Wirtschaft gerecht zu besteuern und effektiver gegen Steuerbetrug vorzugehen: „Wer hierzulande Waren verkauft, muss sich auch an unsere Regeln halten und seine Steuern korrekt bezahlen.“

Kritisch bewertet der HDE dagegen die Pläne der Großen Koalition, neue Transparenzregeln für Algorithmen und personalisierte Preise einzuführen. Sanktjohanser: „Durch einen allgemeinen Algorithmen-TÜV oder Beschränkungen bei der dynamischen Preisgestaltung würden digitale Innovationen im Keim erstickt.“ Und das obwohl Algorithmen und Preisdifferenzierungen dazu beitragen könnten, Kaufprozesse effizienter zu gestalten. Im Ergebnis käme das über besseren Service und günstigere Preise dann auch dem Verbraucher zugute.

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