Die diesjährige Delegiertenversammlung des Handelsverbandes Nordwest stand im Zeichen  der turnusgemäß stattfindenden Präsidiumswahlen. In Bremen wählten die aus dem gesamten Nordwesten angereisten Delegierten Klaus Ney (Schuhe / Stade) zum neuen Präsidenten des Verbandes.

Herr Ney, bis dato langjähriger Schatzmeister, tritt die Nachfolge des im letzten Jahr verstorbenen Jürgen aus dem Kahmen an. Stefan Storch (Glas, Porzellan, Keramik / Bremen) wurde zum Vizepräsidenten, Jörg Fasting  (Schuhe / Brake) zum Schatzmeister und Ralf Duderstadt (Foto / Cuxhaven) zum Schriftführer gewählt. Neu in das Präsidium gewählt wurden Markus Block (Elektronik / Friesoythe), Birgit Hahm (Hörgeräte / Oldenburg),  Andreas Krause (Lebensmittel / Bremervörde) sowie Dirk Strutz (Nähmaschinen / Verden) und Torsten Wienberg (Textil / Lamstedt). In ihren Ämtern bestätigt wurden Remmer Blendermann (Lebensmittel / Bremen, Bremerhaven), Jens Eilers (Juwelier / Wilhelmshaven), Hans Liepold (Unternehmensberatung / Beverstedt) sowie Stephan Schulze-Aissen (Betten / Bremerhaven). Insgesamt umfasst das Präsidium nunmehr 13 Personen. Die Amtszeit beträgt jeweils 4 Jahre.

Nach fast zwölf Jahren ehrenamtlicher Mitarbeit sind Anke Schmidt-Rathsmann (Parfümerie / Rotenburg/Wümme) sowie der bisherige Schriftführer  Rolf König (Nähmaschinen / Verden) aus dem Präsidium ausgeschieden. Nicht mehr kandidiert hatte auch der seit über 15 Jahren amtierende Vizepräsident Jörg Nölker (Kaffee, Tee / Oldenburg). Der neue Präsident dankte seinen bisherigen Kollegen für das ehrenamtliche Engagement im Namen des Verbandes.

In seiner Einschätzung der aktuellen Situation des Deutschen Einzelhandels hob Klaus Ney die grundsätzlich gute Verbraucherstimmung hervor. In diesem Jahr sei insgesamt mit einem Umsatzplus in Höhe von zwei Prozent zu rechnen. Da jedoch allein der E-Commerce für fast 50% des Jahreswachstums stehe, seien die klassischen Handelsstandorte einem immer größeren Druck ausgesetzt. Von großer Bedeutung seien daher gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen dem E-Commerce und dem stationären Handel. Die mittlerweile große Vielzahl an regionalen und überregionalen Allianzen, Dialogplattformen, Arbeitsgruppen usw., an denen sich auf den verschiedensten Ebenen vielerorts auch die Städte und Gemeinden beteiligen, zeige unabhängig von den Ergebnissen einmal mehr die große gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung des stationären Einzelhandels, so Klaus Ney.

Hauptgeschäftsführer Jan König ging in seinem Geschäftsbericht insbesondere auf die Thematik der verkaufsoffenen Sonntage ein. Dadurch, dass bereits genehmigte Sonntagsöffnungen in zahlreichen Orten durch Gerichte auf Veranlassung von ver.di wieder gekippt wurden, habe man für Unmut und wachsendes Unverständnis bei den Kunden gesorgt. Durch die Kurzfristigkeit der Verbote seien den Händlern zum Teil hohe Kosten entstanden und die Städte und Gemeinden erlitten als Einkaufsstandorte einen deutlichen Imageverlust. Unabhängig von der Anzahl der jährlichen Sonntagsöffnungen, zu der es auch unter den Händlern viele nachvollziehbare Meinungen gebe, sei es wichtig, endlich Rechtssicherheit und Klarheit zu erreichen. Dies schaffe der aktuelle niedersächsische Gesetzentwurf zur Neuregelung der Sonntagsöffnungen leider nicht. In Bremen habe man eine pragmatische Lösung gefunden, die sich seit mehreren Jahren bewährt habe. Darüber hinaus informierte Herr König die Delegierten u.a. über die aktuellen Tarifverhandlungen in Bremen und Niedersachsen.